Igor Plotkin - Fachdolmetscher für Russisch in Dortmund

Nachrichten vom Russischdolmetscher Igor Plotkin in Dortmund

Nach zweieinhalb Stunden hatte der Zeuge keine Lust mehr. Als der Staatsanwalt wissen wollte, welchen Status er in Deutschland besäße, wenn er mit einer deutschen Frau ein Kind hätte, antwortete der 18 Jahre alte Afghane: „Das kann ich nicht beantworten.“

Der Staatsanwalt bohrt nach: „Kann oder will er nicht?“ Trotzige Antwort: „Will ich nicht.“ Beide Seiten brachen das drohende Endlos-Spiel zum Glück ab. Es war nicht das einzige, sondern ein Charakteristikum für den neunten Verhandlungstag im Fall des im letzten Jahr zu Tode gekommenen 22-jährigen Kötheners Markus B.

Der Fall

Der 22-jährige Markus B. aus Köthen starb in der Nacht auf den 9. September 2018 in Köthen. Todesursache war laut Rechtsmedizin ein Herzinfarkt, den der Herzkranke infolge des vielen Alkohols, den er getrunken hatte, aber auch infolge von mindestens einem Schlag und einem Tritt erlitt.

Angeklagt sind zwei Afghanen, 17 und 18 Jahre alt. Die Flüchtlinge waren an dem besagten Abend stark betrunken. Auslöser des mutmaßlichen Angriffs auf Markus B. war laut Anklage ein Streit zwischen Afghanen um die Vaterschaft eines ungeborenen Kindes. Markus B. soll versucht haben zu schlichten und wurde angegriffen. Am Dienstag, 2. April, wird der Prozess fortgesetzt.

Die Juristen versuchten am Mittwoch vor allem in die Auseinandersetzung zwischen den jungen Afghanen Licht zu bekommen, die schließlich zum Auslöser für das Drama um Markus B. wurde. Ein ansonsten recht taugliches Mittel, nämlich sich anhand von Widersprüchen der Zeugen in ihren ersten Aussagen bei der Polizei und jetzt bei Gericht voranzuhangeln, erwies sich dieses Mal als wenig hilfreich.

Dolmetscher und Übersetzer für Russisch in Dortmund - Igor Plotkin.

Igor Plotkin – Fachdolmetscher für Russisch in Dortmund

Zeuge sieht Schuld für Widersprüche beim #Dolmetscher

Die üblichen Widersprüche – Differenzen bei den Uhrzeiten, unterschiedliche Wahrnehmungen bei der Kleidung, zum Alkoholgenuss oder die Anzahl von anwesenden und handelnden Personen – wurden auch dieses Mal aufgedeckt. Doch als Staatsanwalt und die Anwälte der Nebenkläger endlich glaubten, einen Faden gefunden zu haben, spielte der junge Afghane, der mit seinem Aufenthaltsantrag für Deutschland vor Gericht gescheitert ist, nicht mit.

„Der #Dolmetscher seinerzeit bei der Polizei war ein Iraner. Der hat mich überhaupt nicht verstanden. Deshalb sind falsche Aussagen protokolliert worden“, behauptete er. Der #Dolmetscher war also schuld. Wohl auch aus diesem Grund setzte jeder Nebenkläger bei einem anderen Detail der Geschehnisse an. Doch das überforderte den Zeugen.

 

Die Fragen waren mitunter zu kompliziert gestellt. Selbst der „dieses Mal sehr gute afghanische #Dolmetscher“ – so der allgemeine Tenor – konnte einige kaum #übersetzen. Und als dann Richterin und Anwälte mehrere Male die gleichen Fragen stellten, wurde es völlig turbulent. „Bitte nur noch ergänzende Fragen, sonst ufert das hier aus“, forderte Richterin Uda Schmidt.

 

Anwalt der Nebenkläger: „Ich glaube Ihnen kein Wort“

Für Rechtsanwalt Carsten Wenzel, einen Vertreter der Nebenkläger, war der Tag zu diesem Zeitpunkt schon gebraucht. „Ich glaube Ihnen kein Wort. Sie machen zu, wenn Sie wollen und verstecken sich ansonsten hinter falschen #Übersetzungen“, sagte er.

Absicht oder Masche? Auch angesichts einer zahlenmäßig recht starken Fraktion von Landsleuten im Besucherraum, die immer wieder Blickkontakt zu den Angeklagten suchten? „Absicht würden wir erkennen. Es scheint mir eher Masche, die selbst Gericht und Anwälte an ihre Grenzen treibt“, sagte Wenzel. (mz)

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Nachrichten vom Fachdolmetscher für Russisch Igor Plotkin aus Dortmund

Dolmetscher und Übersetzer für Russisch in Dortmund – Igor Plotkin.

Mehr Details: https://www.fachdolmetscher-russisch.de/de/nachrichten/

https://www.mz-web.de/koethen/todesfall-markus-b–aussage-falsch-uebersetzt–zeuge-sieht-dolmetscher-als-suendenbock-32254306

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