Nachrichten aus Deutschland und Russland vom Fachdolmetscher für Russisch Igor Plotkin

(Quelle: © dantetg CC0-Lizenz/ pixabay.com)

Apps, Konsolenspiele und auch klassische Computerspiele leben nicht nur von ihrer Grafik und einer passenden Story. Auch die Sprache selbst ist ein wichtiger Bestandteil erfolgreicher Games, die sich international behaupten sollen. Wer eine App oder auch ein Konsolenspiel in nur einer einzigen Sprache auf den Markt bringt, versäumt dabei die Erschließung zahlreicher weiterer Märkte außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Selbst wenn die Landessprache Englisch ist, sollten Games und Apps stets in weitere Sprachen übersetzt werden, um Nutzer in anderen Ländern der Welt auf das Angebot aufmerksam zu machen und überzeugen zu können. Die Übersetzung von Games und Apps für den internationalen Markt ist jedoch anspruchsvoller als oftmals vermutet.

 

Ein Prozess der Expertise voraussetzt

 

Um ein Game oder auch eine App übersetzen zu können, braucht es nicht zwingend ein bereits fertiggestelltes Produkt. Oft starten Unternehmen mit der Übersetzung schon lange vor einem Start des Games am Markt. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass die meisten Spiele in mehreren Ländern gleichzeitig auf den Markt kommen und in den Spieloptionen zu diesem Zeitpunkt eine Auswahl verschiedener Sprachen möglich sein sollte. Nicht nur Englisch und Deutsch sind dabei Sprachen, auf die Spieleentwickler hierbei achten, auch Estnisch, Mandarin oder Persisch werden hierbei als gleichwertige Märkte wahrgenommen. Für einen Finnen, Japaner oder Italiener ist es in aller Regel sehr positiv, wenn er ein neues Game oder eine App in seiner eigenen Landessprache spielen kann.

 

Die Übersetzung, im Fachjargon auch Software-Lokalisierung genannt, ist eine sehr detailverliebte Aufgabe, die besonderer Fachkenntnis bedarf. So muss ein Übersetzer, oder ein gesamtes Übersetzerteam, etwa darauf achten, nicht nur die Sprache per se zu übersetzen, sondern auch die Stimmung des Spiels, seinen ganz eigenen Charakter zu treffen und sprachlich lokal angepasst wiedergeben zu können.

 

Ganz besonders wichtig wird dies, wenn es sich bei betreffender App oder bei einem Spiel um ein Produkt mit einem gewissen Anspruch an Humor und Wortwitz handelt. Da der Übersetzer oft nur eine Textdatei erhält, jedoch wenige Einblicke in das fertige Spiel erhalten kann, braucht er ein großes Fingerspitzengefühl für Humor und muss in der Sprache, in die das Game übersetzt werden soll, muttersprachliche Kenntnisse besitzen. Dass es dennoch nicht immer gelingt, den ursprünglichen Humor eines Games zu erkennen und umzusetzen, ist durchaus ein Problem, denn der Humor einer Situation ergibt sich auch durch den Kontext, die Umgebung, und die Beziehung zwischen den Figuren sowie ihren Bewegungen. Stehen dem Lokalisierungs-Team diese Informationen nicht zur Verfügung, weil sie das Spiel noch nicht gespielt haben, keine Screenshots oder Videos zur Verfügung gestellt bekommen können, werden solche Witze schlicht übersehen.

 

Lokalisierung als Pflicht für internationalen Erfolg

 

Für Unternehmen, die auf dem internationalen Markt erfolgreich sein wollen, spielt die Lokalisation also eine wichtige Rolle. Die Übersetzung von Content und Spieloberfläche in eine andere Sprache bildet hierbei die Grundlage, den Erfolg des Heimatmarktes auf fremdsprachigem Terrain zu wiederholen. Der internationale Markt wächst. Dies zeigt auch eine Statistik, die sich mit dem Gesamtumsatz der Videogames-Branche auseinandersetzt. So war allein zwischen 2013 und 2015 ein Plus von mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz zu beobachten. Wie sich diese Umsätze aufteilen, ist ebenfalls interessant und zeigt, dass nicht nur Konsolenspiele internationale Bedeutung haben. Lediglich bei den Handheld-Konsolen und bei Offline-PC Games ist eine langsamere Entwicklung, wenn nicht sogar ein leichter Rückgang erkennbar.

 

Um Apps und Games in mehrere Sprachen übersetzen zu lassen, muss selbstverständlich zunächst investiert werden. Im Ergebnis aber kann bereits die Übersetzung in eine einzige Sprache die Märkte mehrerer Länder gleichzeitig zugänglich machen. Im Falle der oben genannten englischen Sprache bedürfte es hierbei einer Grundübersetzung ins britische Englisch sowie einem nachfolgenden Lektorat durch Englisch-Übersetzer variierender Zielregionen. Letzteres kostet gemeinhin nur etwa 25% des Preises der Übersetzung. Letztlich ist eine Fachübersetzung eine einfache und risikoarme Möglichkeit, zu expandieren. Und die Investitionskosten halten sich, im Gegensatz zu anderen Internationalisierungsstrategien, in Grenzen.

 

Mehr Details: http://www.fachdolmetscher-russisch.de/de/nachrichten/

 

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